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BayernLB und Sparkasse Miesbach: Verstrickungen via Tilo Berlin

Die Vorgänge in der Sparkasse Miesbach zu Zeiten Ihres Chefs Bromme und des Landrats Kreidl als Vorsitzender des Verwaltungsrats zeigen jüngsten Meldungen zufolge grob fahrlässige Pflichtverletzungen zu Lasten der Kunden und der Steuerzahler. Siehe SZ: http://www.sueddeutsche.de/bayern/affaere-um-ex-landrat-kreidl-sparkasse-miesbach-fordert-millionenbetraege-zurueck-1.2155580

Was nicht in der Presse steht, sind unheimliche Verstrickungen Georg Brommes mit Siegfried Naser, dem ehemaligen Präsidenten des Bayerischen Sparkassenverbands und gleichzeitig Verwaltungsratschef der BayernLB. Diese Verstrickungen liefen über Tilo Berlin und dem Jägertreff “Der Silberne Bruch”. Ganz genau, es handelt sich um jenen Tilo Berlin, der seinen Anteil an der Hypo Alpe Adria in Klagenfurt durch den Verkauf an die BayernLB versilberte und Mitgrund für den Absturz der BayernLB war.

Ca. Mitte der Letzten Dekade war Tilo Berlin des öfteren mit Bromme, Naser und Werner Schmidt im Gespräch – mit ziemlicher Sicherheit noch mit weiteren Jägersleut vom Silberen Bruch. Bromme und Berlin trafen eine Abmachung, damit reiche Kunden der Sparkasse Miesbach-Tegernsee an “family office”-Produkte von Tilo Berlins Vermögensberatungs- und Verwaltungsfirma herangeführt werden. Auf gut Deutsch: Bromme verschacherte seine Sparkassen-Kundenadressen an Tilo Berlin. Fragen: Wurden dieser erlesenen Klientel Finanzprodukte angeboten, die die Sparkasse nicht anbieten durfte oder konnte? Ging die Vermittlungsprovision an die Sparkasse oder in die private Taschen der Beteiligten?

Später sollte das Modell Miesbach-Tegernsee über den Sparkassenverband (Naser) bayernweit ausgedehnt werden. Eine Provisionsregelung, um vermögende Sparkassenkunden an Tilo Berlins Firma zu vermitteln, war bereits abgestimmt. Zu diesen Auswüchsen ist es auf Grund des Ende 2009 öffentlich geworden Skandals mit Tilo Berlin, der BayernLB und der HGAA jedoch wohl nicht mehr gekommen. 

Ihre Milliardengrab-Redaktion

 

 

Milliardenpoker um das Schmuddelkind

Mit Ruhm hat sich keine der beteiligten Parteien bekleckert. Angefangen von den „richtigen Kärntnern“, die ihre Landesbank mit kriminellen Machenschaften zum Selbstbedienungsladen für Friends & Family umfunktionierten, weiter zu den gierigen Managern und CSU-Verwaltungsräten der BayernLB, die sich das Balkaninstitut samt milliardenschwerer Altlasten haben andrehen lassen, bis hin zur Republik Österreich, die das Schmuddelkind für einen Euro geschenkt nahmen.

Das als Kunststück des damaligen bayerischen Finanzministers gefeierte Verhandlungsergebnis, sämtliche mit der Bank verbliebenen Risiken im Dezember 2009 bei Österreich abzuladen, könnte jetzt zum Bumerang werden. Zum Bumerang, weil in den Jahren 2007 bis 2009, als die BayernLB noch die Aktienmehrheit hatte, Vorstand und Aufsichtsrat der Hypo Alpe Adria die für eine saubere Wäsche notwendige kaufmännische Sorgfalt mutmaßlich nicht an den Tag legten.

So deuten Dokumente an, die im Zusammenhang mit dem Kleiner-Gutachten aufgetaucht sind, dass Vorstand und Aufsichtsrat der Hypo Alpe Adria die kreative, aber bilanztechnisch illegale Eigenkapitalbeschaffung durch die Hypo Leasing Holding ohne Nebengeräusche aus der Welt schaffen wollten: Im gleichen Atemzug, als man von der Mutter in München frisches Eigenkapital in Höhe von 700 Mio. forderte und von der Republik Österreich 900 Mio Stütze benötigte, wurden rund 200 Millionen Euro an sogenannte Vorzugsaktionäre für den Rückkauf derer Aktien ausgezahlt. Das ist mehr als befremdlich. Haben die Eigentümervertreter aus München und Graz, haben der Aufsichtskommissar des Landes Kärnten weggeschaut? Wollten die Herren Kemmer, Naser, Grigg, Ederer, Dobernig, Berlin, Dörhöfer & Co. wirklich nicht wissen, warum in ärgster Eigenkapitalnot 200 Millionen einfach so an Vorzugsaktionäre verteilt wurden?

Die BayernLB wusste von den stillen Bereinigungen, zumindest hätte sie es wissen müssen. Die Klage Österreichs gegen die BayernLB ist aus meiner Sicht nicht chancenlos, zum einen, weil der wahre Zustand der Hypo verschwiegen wurde und zum anderen, weil die desaströse Lage der HGAA auch dem langjährigen Nichtstun der BayernLB und ihres Verwaltungsrats geschuldet ist.

Ungemach droht Bayern auch bei der Frage, ob wegen der katastrophalen Lage der HGAA die internen Milliardenkredite von österreichischen Anwälten oder Gerichten als Eigenkapital gezählt werden. Ich gehe davon aus. Zwar bliebe auch dann der Anspruch auf dieses Geld erhalten, aber die tatsächliche Rückzahlung wäre bis zur Gesundung der HGAA in Kärnten blockiert – und das kann noch Jahrzehnte dauern.

Es gab und gibt also wenig Grund für den bayerischen Finanzminister, in Wien die Backen aufzublasen, um lauthals “I want my money back!” zu posaunen. Der Milliardenpoker um das Schmuddelkind HGAA ist noch lange nicht entschieden. Und damit auch nicht die Aufarbeitung des für die bayerischen Steuerzahler größten Finanzskandals, der jemals in Bayern durch massivstes politisches Versagen von einer fachlich völlig ahnungslosen und desinteressierten Staatsregierung zu verantworten war.

Ihr Eike Hallitzky

Hypo-Skandal: Beeindruckende Chuzpe des Herrn Petzner

Liebe Blog-Leserinnen und Leser,

meinen Gastkommentar in der Wiener Zeitung  will ich Ihnen nicht vorenthalten. Einfach Link anklicken.

Eike Hallitzky: Gastkommentar Wiener Zeitung vom 12.09.12

Eike Hallitzky: Gastkommentar Wiener Zeitung vom 11.09.12. http://www.wienerzeitung.at/meinungen/gastkommentare/486095_Hypo-Skandal-Beeindruckende-Chuzpe-des-Herrn-Petzner.html

Euer Eike Hallitzky

 

 

Ziemlich beste Geschäftspartner – weitere Milliarden in Gefahr

Ziemliche beste Geschäftspartner: ehemalige Hypo Manager müssen hinter Gitter, weitere Klagen anhängig

Als der Vorstand der BayernLB mit Genehmigung von CSU-Regierungsmitgliedern die Kärntner Hypo kaufte, verhandelte man u.a. mit dem Aufsichtsratsvorsitzenden Wolfgang Kulterer. Kulterer wurde zur Last gelegt, dass die Bank unter seiner und seiner Kollegen Führung Geld als Eigenkapital deklarierte, das eigentlich keines war. Es ging so: Über viele Stationen und anonyme Steueroasen wurden Kredite solange herumgeschickt, bis der Ursprung nicht mehr nachvollziehbar war und die Begünstigten dieses Geld dann großzügig in Vorzugsaktien einer Hypo-Tochter anlegten. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass durch die Vorzugsaktien keine zusätzlichen Eigenmittel für den Hypo-Konzern generiert werden konnten und die damit angefallenen Kosten demnach ein Schaden für die Bank wären. Kulterer ist für dieses Ringelspiel letzte Woche zu dreieinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Seine Kollegen und Berater fassten bis zu viereinhalb Jahre Gefängnis aus. Die Verurteilten kündigten Berufung an.

Weitere mutmaßlich illegale Vorzugsaktiengeschäfte, die der Eigenkapital-schwachen Hypo Alpe Adria frisches Geld brachten, beschäftigen die Gerichte in Österreich. Vom Prozessausgang ist abhängig, ob die BayernLB  doch noch eine Möglichkeit findet, von den Verkäufer Schadenersatz in Millionenhöhe zu verlangen.

Ziemlich beste Verträge: über drei Milliarden noch im Feuer

Im knapp gehaltenen Kaufvertrag hat sich die BayernLB im Mai 2007 bei völlig unzureichender Due Diligence verpflichtet, alle mögliche Risiken zu übernehmen. Diese Klausel gilt ausdrücklich auch für den Fall, dass in der HGAA noch Leichen im Keller gefunden werden. Wir kennen die Geschichte: Die Hypo Alpe Adria musste wegen allzu vieler Leichen notverstaatlicht werden – aktuell überlegt das Institut sogar eine Bad Bank mit “Assets” von über 10 Milliarden einzurichten. Die BayernLB “durfte” Kreditlinien von über 3 Milliarden stehen lassen und muss heute ernsthaft um deren Rückzahlung bangen. Die Position der Österreicher geht so: Unter der Führung der BayernLB ist alles noch schlimmer geworden, es wurde weiter expandiert und die milliardenschweren Kreditlinien stellen eigentlich verdecktes Eigenkapital dar. Als solches wäre es verbraucht, Punkt.

Ob die Strategie aus Wien und Klagenfurt aufgeht, ob die BayernLB Recht und Geld bekommt, oder ob es auf einen Vergleich hinausläuft, werden die Gerichte zu entscheiden haben.