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No Nukes: Brief an den BayernLB-Chef Gerd Häusler

Am 4.9. schickte ich einen Brief mit untenstehendem Inhalt an den Vorsitzenden des Vorstands der BayernLB Gerd Häusler:

Investitionen in Herstellerfirmen von Atomwaffen und Atomwaffenträgersystemen

Sehr geehrter Herr Häusler,

Anfang dieses Jahres hat die Internationale Kampagne zur Abschaffung der Atomwaffen (ICAN) den Bericht „Don’t Bank on the Bomb“ herausgebracht, in dem mehr als 300 Finanzinstitute in 30 Ländern ausgewiesen werden, die sich mit beträchtlichen Investitionen an Atomwaffenfirmen beteiligen. Laut dem Bericht investieren auch elf deutsche Finanzinstitute in die Atomwaffenindustrie – darunter auch die BayernLB.

Gerade für  öffentlich-rechtliche bzw. staatliche Banken sollten im Hinblick auf ihre Corporate Social Responsibility Investitionen tabu sein, wenn es sich dabei um Spekulationen mit Nahrungsmitteln oder die Herstellung von Atomwaffen oder Atomwaffenträgersystemen handelt.

Indem Finanzinstitute sich an der Atomwaffenindustrie beteiligen, unterminieren sie die Bemühungen, eine atomwaffenfreie Welt zu errichten und erhöhen das Risiko, dass diese Massenvernichtungswaffen auch tatsächlich eines Tages eingesetzt werden. In diesem Zusammenhang möchte ich Sie daher um die Beantwortung folgender Fragen bitten:

  • in welche Unternehmen, die Atomwaffen und/oder Atomwaffenträgersysteme herstellen, hat die BayernLB investiert?
  • gibt es Bestrebungen aus der Finanzierung auszusteigen und wie könnte ein Ausstiegsszenario tatsächlich aussehen?

Nachdem sich die BayernLB im Zuge ihrer Neuausrichtung selbst als „Bank der Energiewende“ versteht, die mit entsprechendem Know-how sowie Finanzierungs- und Produktangeboten in diese Zukunftsmärkte investieren
will, kann deshalb die logische Konsequenz für Ihr Haus nur lauten, sich vollständig aus der Finanzierung sowohl der friedlichen als auch der militärischen Nutzung von Atomkraft zurückzuziehen.

Mit freundlichen Grüßen

Eike Hallitzky, MdL