Österreichischer Höchstrichter stützt HypoAlpeAdria

Österreichischer Höchstrichter stützt HypoAlpeAdria im Prozess gegen die BayernLB

Die Tageszeitung “Die Presse” argumentiert gut fundiert, warum die BayernLB und Finanzminister Markus Söder (CSU) es schwer haben werden, auch nur einen Cent von den über 2 Milliarden Euro von der ehemaligen Tochter Hypo Alpe Adria Bank zurückzuerlangen.

Lesen Sie selbst unter dem Link:

http://diepresse.com/home/wirtschaft/economist/3829556/Hochstrichter-stutzt-Hypo

Ihre Milliardengrab-Redaktion

Österreich schafft Fakten – Keine Rückzahlung der BayernLB Gelder in Sicht!

Nach einer Meldung des Bayerischen Rundfunks und anderer Medien vom 12.6.2014 droht für den Freistaat und die BayernLB der Totalverlust des in der Hypo Alpe Adria noch immer geparkten Nachrangkapitals. Es wird höchste Zeit, dass Finanzminister Söder vom hohen Ross herabsteigt und eine politische Lösung für die rund 2 Milliarden Euro, die die Hypo Alpe Adria noch der BayernLB schuldet, herbeiführt.  Der Gang zu den Gerichten und jahrelanges Prozessieren gegen die Republik Österreich und gegen die Hypo Alpe Adria wird viel Geld kosten aber wenig nützen. Die Argumente auf Seiten Österreichs sind stark, weitere Pfeile gegen Bayern und die BayernLB sind bereits im Köcher.

Ihre Milliardengrab-Redaktion

Totalverlust für Freistaat und BayernLB 

(BR, 12.6.2014) Das rot-schwarze Kabinett in Wien beschloss am Mittwoch mit einem Sondergesetz die Einrichtung einer “Bad Bank“. Dabei ist vorgesehen, dass die BayernLB als Alteigentümerin für den Hypo-Abbau 800 Millionen Euro sowie die Gläubiger von nachrangigem Kapital 890 Millionen Euro beitragen sollen.

Bundeskanzler Werner Faymann (SPÖ) sprach von einer “juristisch wohldurchdachten Möglichkeit“, nicht nur die Steuerzahler zu belasten. Es gilt jedoch als sicher, dass die Betroffenen klagen werden. Ein Sprecher der BayernLB äußerte sich  empört über das beschlossene Gesetz:

“Mit dem heute vom Ministerrat beschlossenen Sondergesetz zur Hypo Alpe Adria soll offensichtlich versucht werden, mit einem rückwirkenden Einzelfallgesetz die BayernLB zu enteignen, während alle anderen Gläubiger weiterhin bedient werden sollen. Dieses Gesetz setzt sich damit in bislang nicht für möglich gehaltener Art und Weise über die rechtsverbindlichen Vereinbarungen mit der BayernLB und gesetzliche Haftungszusagen hinweg. Wir werden alle notwendigen rechtliche Schritte ergreifen, um unserer Position zu wahren.”

Und auch die bayerische Staatsregierung will den österreichischen Schuldenschnitt für die Gläubiger der Kärntner Skandalbank nicht akzeptieren. “Es ist ein einmaliger Vorgang in Europa, dass ein Land sich per Gesetz von Schulden befreien möchte“, sagte Finanzminister Markus Söder (CSU). “Wir werden auf privatrechtlicher und auf internationaler Eben alle rechtlichen Schritte prüfen.“

 

Hypo Alpe Adria Kredite: Bayerische Rechtsposition haltbar?

Hypo Alpe Adria Kredite: Bayerische Rechtsposition haltbar?

Im Streit zwischen der BayernLB und ihrer früheren Tochter Hypo Alpe Adria International könnte es eine Wende geben. Die Hauptversammlung der Hypo Alpe Adria International hat beschlossen, die Bilanzen der Jahre 2006 bis 2008 wieder zu öffnen und zu überprüfen.

Hintergrund ist der – inzwischen vor dem Landgericht München ausgetragene – Streit zwischen der Hypo und der BayernLB um die ausstehende Rückzahlung der internen Darlehen der BayernLB an die Hypo in Höhe von 2,3 Mrd. Euro und um 1,7 Mrd. Euro, die schon zurückgezahlt sind.

Eigenkapitalersatz oder nicht?

Die Hypo behauptet, dass sie zum Zeitpunkt der Kreditgewährung unterkapitalisiert gewesen sein und dass dieses Geld daher als Eigenkapitalhilfe nach dem österreichischen Kapitalersatzgesetz zu sehen sei.

Die BayernLB argumentiert, dass der Kapitalbedarf der Hypo aus den damaligen Bilanzen nicht hervorgehe und, da davon auszugehen sei, dass diese testierten Bilanzen korrekt seien, nicht nachträglich ein Kapitalbedarf festgestellt werden könne.

Und genau das wird jetzt in Frage gestellt.

Mit dem Öffnen der Bilanzen ist noch nicht bewiesen, dass diese nicht korrekt waren, auch wenn die Vermutung naheliegt. Das Öffnen ist erst einmal die Voraussetzung dafür, dass diese Überprüfung sinnvoll und nicht nur theoretisch durchgeführt werden kann.

Es ist jetzt aber klar, dass die Hypo vorläufig nichts an die BayernLB zurückzahlen wird – bis alles geklärt ist. Und wenn alles geklärt ist, wahrscheinlich auch nicht. Deshalb stellt sich die Frage, wie lange die BayernLB diese Kredite als Forderung in ihrer Bilanz stehen lassen kann.

Klar ist auch, dass ein Argument der bayerischen Seite unbrauchbar geworden ist. Die Bilanzen werden in Frage gestellt.

Ihre Milliardengrab-Redaktion

PS: die dpa berichtete am 23.5.14 zum Thema außerdem:
Zugleich hat die Hauptversammlung [der Hypo Alpe Adria] die Entlastung von
Vorständen und Aufsichtsräten früherer Jahre (2005 bis 2008)
aufgehoben. Davon betroffen sind unter anderem auch die ehemaligen
Aufsichtsräte Kurt Faltlhauser (Ex-Finanzminister in Bayern),
Siegfried Naser (Ex-Sparkassenpräsident) und Michael Kemmer
(Ex-BayernLB-Chef). Begründet wurde der Widerruf mit fehlerhaften
Jahresabschlüssen, die von den Betroffenen abgesegnet worden seien.

Der Vorgang gilt als weiterer Schachzug im Ringen Österreichs mit der
BayernLB.

Kurzes Gedächtnis der Medien: Zeuge entlastet Angeklagte der BayernLB

Leider unkritisch und unkommentiert übernimmt die Süddeutsche Zeitung eine Meldung der dpa, wonach die Angeklagten Vorstände der BayernLB, die im Jahre 2007 den Kauf der Hypo Alpe Adria zu verantworten hatten, von einem Zeugen entlastet seien:

http://www.sueddeutsche.de/O5o38p/2024769/Zeuge-entlastet-Angeklagte-der-BayernLB.html

Die Wahrheit ist vielmehr:

Man muss unterscheiden:
Ein hoher Kaufpreis wäre nicht das Problem gewesen und ist nicht der Kern des heutigen Problems, nämlich der Milliardenverluste. Wenn später auftauchende Risiken und Altlasten vertraglich abgesichert gewesen wären und diese beim Verkäufer geblieben wären, wenn jegliche Haftung außer Betrug für den Verkäufer nicht explizit vertraglich ausgeschlossen worden wären, dann hätte man zwar immer noch bescheuerterweise eine Skandalbank dem Jörgl Haider abgekauft, aber man hätte sich Milliarden erspart und würde heute nicht auf weiteren Milliardenrisiken sitzen.
Eine externe Bewertung entlässt den Vorstand nicht von der Pflicht, eine ordentliche Due Diligence Prüfung vorzunehmen und den Kauf vertraglich sauber abzuwickeln! Am 20.4.2007 informierte Rothschild den BayernLB Verwaltungsrat, dass in allen wesentlichen Teilen eine zusätzliche Due Diligence (Sorfältigskeitsprüfung) notwendig sei. Diese wurde vor der Kaufvertragsunterschrift nie ordentlich beendet, offensichtliche Risiken wurden nicht ausgeschlossen.

Man muss wissen:
1. Die Finanzspezialisten von Rothschild waren die Haus- und Hof-Berater der BayernLB, die die Bewertung der HGAA hauptsächlich auf Basis der Verkäuferinformationen und dessen positiven Management-Aussagen vornahmen.
2. Die bereits einsetzende Finanzmarktkrise und bedrohliche Signale vom US-Immobilienmarkt fanden in den Bewertungen von Rothschild keinen Eingang.
3. Nach seinem Ausscheiden aus den Staatsdiensten bekam der ehemalige Finanzminister Faltlhauser von Rothschild einen “Beratervertrag”. Der Landesbank- Untersuchungsausschuss hatte einen möglichen Interessenskonflikt festgestellt, den Faltlhausers Beratertätigkeit für die Investmentbank Rothschild GmbH darstellt. Diese Tätigkeit, die Faltlhauser am 01.02.2008 angetreten ist, überschneidet sich um fünfeinhalb Monate mit seiner Mitgliedschaft im Aufsichtsrat der HGAA.

Ist es nicht allzu logisch, dass die Spezialisten von Rothschild heute vor Gericht ihren damaligen Auftraggebern und Partnern schonen?  Ist es nicht allzu logisch, dass ein Zeuge sich nicht selbst belastet, um nicht eigene Fehler zugeben zu müssen? Kann ein solcher Zeuge, wie die dpa Meldung  vorgibt, die Angeklagten vom Vorwurf der Sorgfaltspflichtsverletzung beim Kauf der Hypo Alpe Adria wirklich entlasten?

Ihre Milliardengrab-Redaktion

 

 

Hierzu kann man nicht schweigen – der Milliardengrab-Blog geht weiter

Der ehemalige Hypo-Alpe-Adria Chef Kulterer bestätigte gestern die Ergebnisse der Arbeit meiner Kollegen Sepp Dürr und Eike Hallitzky im Landesbank-Untersuchungsausschusses und der parlamentarischen BayernLB-Kommission. Kulterer bestätigte die grobe Fahrlässigkeit des damaligen BayernLB-Verwaltungsrats, die beim Kauf der Hypo Alpe Adria Bank durch die BayernLB an den Tag gelegt wurde.

Selbst das bankenfreundliche Handelsblatt findet die gestrige Aussage Kulterers im Münchner Strafprozess gegen ehemalige Vorstände der BayernLB berichtenswert:
http://handelsblatt.com/unternehmen/banken/ehemaliger-bankchef-zustand-der-hypo-alpe-adria-war-eine-katastrophe/9816292.html

Ihr Thomas Mütze
Sprecher für Wirtschaft und Finanzen im Bayerischen Landtag

Hintergrund:
Auf das Wie kommt es an

Vor dem Landgericht München läuft zurzeit der Prozess gegen die früheren Vorstände der BayernLB in Sachen Kauf der Hypo Alpe Adria Bank im Jahr 2007.

Die Staatsanwaltschaft wirft den Vorständen vor, die Bank zu teuer gekauft und die damaligen Verwaltungsräte, darunter die Kabinettsmitglieder Kurt Faltlhauser, Günther Beckstein und Erwin Huber getäuscht zu haben.

Die ehemaligen Verwaltungsräte sind oder waren schon als Zeugen vor Gericht geladen. Mit ihren Aussagen vor Gericht machten sie deutlich, dass sie die Fehler, die beim oder mit dem Kauf der Hypo Alpe Adria gemacht wurden, immer noch nicht verstanden haben oder zumindest vor Gericht am eigentlichen Problem vorbeigeredet haben. Verantwortung oder gar eine Mitschuld weisen sie weit von sich.

Das Standardargument der ehemaligen Verwaltungsräte lautet vereinfacht meist „hinterher ist man immer schlauer“. Das unterstellt, dass der Kauf nur deshalb zustande kam, weil der Verwaltungsrat und der Vorstand im Jahr 2007 nicht das hätten wissen können, was heute bekannt ist. Aber es geht nicht darum, den Kauf aus heutiger Sicht zu bewerten. Es geht nicht um das „ob“, sondern um das „wie“. Zu bewerten ist, was die Entscheidungsträger damals hätten wissen können, wenn sie nur richtig hingeschaut hätten. Zu bewerten ist, ob alle Fakten in die Entscheidungsfindung eingeflossen sind. Es geht um die Frage, ob Vorstand und Verwaltungsräte beim Kauf der Bank ihre Sorgfaltspflichten erfüllt haben.

Diese Frage ist mit einem klaren NEIN zu beantworten.

Die BayernLB hat die Hypo Alpe Adria Bank gekauft wie einen Gebrauchtwagen – mit allen Risiken für den Käufer. Aber so kauft man keine Bank. Presseberichten zufolge schilderte ein juristischer Berater der BayernLB vor dem Landgericht, dass alle Wünsche nach Absicherungen im Kaufvertrag von der österreichischen Seite abgelehnt worden seien. Er befürchtete, dass nur veraltete und unvollständige Daten über die HGAA vorlägen und wollte daher einen umfassenden Gewährleistungskatalog. Aber die Vertreter der BayernLB unterzeichneten den Kaufvertrag auch ohne diese Sicherheiten. Das war ein grober Fehler – schon damals und nicht erst hinterher.

Verwaltungsräte haben besondere Sorgfaltspflichten, insbesondere bei so bedeutenden Projekten wie der Übernahmen einer Bank, wie es Prof. Dr. Marcus Lutter in einem Gutachten für den HGAA-Untersuchungsausschuss des Bayerischen Landtags darlegte. Demnach hatte der Verwaltungsrat der BayernLB einen Ermessenspielraum bei seiner Entscheidung. Dies setzt aber voraus, dass er sich zuvor angemessen informiert hat.

Der Verwaltungsrat hat nach Lutter eine autonome Pflicht, sich eine eigene Meinung – in dem Fall über den Kauf der HGAA – zu bilden. Er muss also selbst recherchieren.  Es ist – besonders nach den Aussagen der Ex-Minister vor Gericht – nicht anzunehmen, dass sie das getan haben: 

Erwin Huber, im Jahr 2007 als Wirtschaftsminister Mitglied im Verwaltungsrat der BayernLB sagte vor Gericht aus, er habe sich vom damaligen Vorstand der BayernLB nicht getäuscht gefühlt. Wie auch? Huber hat von März bis Oktober 2007 an keiner Sitzung des Verwaltungsrats teilgenommen. Trotzdem hat er dem Kauf zugestimmt. Huber zählt deshalb nicht einmal zu denjenigen, die die Katze im Sack gekauft haben. Er wollte nicht mal den Sack sehen.

Eine Mitschuld an den daraus folgenden Milliardenverlusten habe er nicht, sagte er vor Gericht. Aber er habe mit seinem Rücktritt als Finanzminister 2008 die politische Verantwortung übernommen.

Fragt sich nur, wann Huber zurückgetreten sein will. Tatsächlich ist er ist bis zum Ende der Regierung Beckstein im Amt geblieben. Die Regierung Beckstein wurde abgewählt. Rücktrittsforderungen, die schon seit Anfang 2008 erhoben wurden, hat er immer zurückgewiesen. 

Günther Beckstein, im Jahr 2007 als Innenminister Mitglied im Verwaltungsrat der BayernLB, will sich nach Aussage vor dem Landgericht München schon vor dem Kauf der Bank kritisch geäußert haben. „Überlegt Euch, dass da der Balkan ist“. Er habe sich als Innenminister mit der Kriminalität auf dem Balkan ausgekannt. Er habe sich auch nur widerwillig mit Jörg Haider getroffen, und das auch nur deshalb, weil Stoiber sich nicht mit Haider habe blicken lassen wollen.

Beckstein stimmte dem Kauf aber trotzdem zu. Er sagte aus, dass ihn Faltlhauser ermuntert habe, dem Kauf zuzustimmen.

Abgesehen davon, dass auch Beckstein von März bis Oktober 2007 nicht an den Verwaltungsratssitzungen teilgenommen hat, räumt er damit unfreiwillig ein, dass er seine Pflichten als Verwaltungsrat nicht in vollem Umfang wahrgenommen hat. Entscheidungen der Verwaltungsräte sind nach persönlicher, sorgfältiger Prüfung und nicht nach einer Ermunterung zu treffen. 

Kurt Faltlhauser, im Jahr 2007 als Finanzminister stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats der BayernLB, hat vor dem Kauf der HGAA Risiken bewusst ignoriert und kleingeredet. Im Haushaltsausschuss des Bayerischen Landtags sagte Faltlhauser im Mai 2007 laut Ausschussprotokoll:

„Falls die Abgeordneten in der Zeitung lesen sollten, dass die Österreichische Nationalbank irgendwelche Ermahnungen habe verlauten lassen, dann müsse dies niemanden beunruhigen. In derartigen Aktionen zeige sich die Wiener Revanche für den Kauf der Hypo Alpe Adria.”

Deshalb ist seine Aussage vor dem Landgericht, er habe sich von den damaligen Vorständen der Bank nicht betrogen gefühlt, absolut logisch. Ihm waren Risiken bekannt, er stimmte dem Kauf trotzdem zu, er wollte die HGAA aber unbedingt haben. Das war nicht nur fahrlässig, sondern grob fahrlässig.

Bilanz zu fünf Jahre Landesbank-Kommission

Das politische und finanzielle Desaster der Landesbank

Der Vermögensschaden ist immens. Der politische Einfluss der CSU hat die BayernLB in Existenznot gebracht. Die dadurch notwendige Rettung der Bank Ende 2008 hat die bayerischen SteuerzahlerInnen bisher über zehn Milliarden Euro gekostet. Die „Rückzahlungen” der BayernLB konnten bisher nur die notwendigen Zinszahlungen Bayerns für den zehn Mrd. Euro-Kredit ausgleichen. Und viel mehr wird es auch in den kommenden Jahren nicht werden. Dazu kommt der Wertverlust der Bank, die in guten Zeiten acht Mrd. Euro wert war und heute unverkäuflich ist.

Die EU-Kommission hat in ihrem Beihilfeverfahren entschieden, dass die BayernLB drei der zehn Mrd. Euro zurückzahlen soll, zuzüglich eines so genannten ‚Claw Back‘ und Gebühren für die 4,8 Mrd. Euro schwere Garantie des Freistaats für das ABS-Portfolio der Bank. Das sind insgesamt knapp fünf Mrd. Euro, die die Bank zahlen muss – wenn sie kann. Die restlichen sieben Mrd. Euro Eigenkapitalhilfe an die Bank müssen definitiv nicht zurückgezahlt werden. Dieser Schaden bleibt im Minimum dauerhaft an den bayerischen Steuerzahlerinnen und Steuerzahlern hängen – plus Zinsen.

Im Einzelnen sieht die Bilanz für die Jahre 2008 bis 2013 so aus:
2008/2009
Eigenkapitalhilfe                                                          7.000 Mio. Euro
Stille Einlage                                                                 3.000 Mio. Euro
Zinsen                                                                              49,28 Mio. Euro
Ersatzzahlungen Fonds OZB*                                     28,95 Mio. Euro
2010
Zinsen                                                                                   278,87 Mio. Euro
Ersatzzahlungen Fonds OZB*                                           28,95 Mio. Euro
2011
Zinsen                                                                             342,20 Mio. Euro
Ersatzzahlungen Fonds OZB*                                      28,95 Mio. Euro
2012
Zinsen                                                                             355,30 Mio. Euro
Ersatzzahlungen Fonds OZB*                                      28,95 Mio. Euro
2013
Zinsen                                                                             348,00 Mio. Euro
Ersatzzahlungen Fonds OZB*                                      28,95 Mio. Euro

GESAMT BELASTUNG für den STAAT:       11.518,40 Mio Euro

2008/2009
Gebühr für ABS-Abschirmung                                       21,6 Mio Euro
2010
Gebühr für ABS-Abschirmung                                       24,27 Mio Euro
2011
Gebühr für ABS-Abschirmung                                       24,27 Mio Euro
2012
Claw-Back-Gebühr und Rückzahlung                             351 Mio Euro
2013
Claw-Back-Gebühr                                                              279 Mio Euro
Rückzahlung                                                                         451 Mio Euro

GESAMT ZAHLUNGEN Bank an den STAAT:  1.151,14 Mio Euro

* Arbeitsmarkt- und Sozialfonds, Hochschule International, Kulturfonds, Künstlerhaus Bamberg, Umweltfonds, Altlastensanierungsfonds, Naturschutzfonds. Das Kapital dieser Fonds wurde für zur Finanzierung des Kaufs der HGAA in Eigenkapital der BayernLB umgewandelt.

Für die Bank bestehen weitere Milliardenrisiken: Zum einen ist nicht sicher, ob die HGAA die internen Kredite der BayernLB, von denen Österreich behauptet, es seien verdeckte Eigenkapitalhilfen gewesen, zurückzahlen wird. Zum anderen hat auch die ungarische BayernLB-Tochter MKB interne Kredite der BayernLB erhalten. Durch die Politik der ungarischen Regierung werden ausländische Banken in Ungarn schleichend enteignet. Hier geht es um knapp zwei Mrd. Euro. Diese Risiken könnten den Rückzahlungsplan der EU zunichtemachen.

LBKom und Aufklärungsdruck der Grünen seit 2008:

1. Erster Untersuchungsausschuss
Angesichts dieser Milliardenverluste haben die Landtagsgrünen einen hohen Aufklärungsdruck aufgebaut. Der erste Untersuchungsausschuss arbeitete von März bis Juli 2008 zur Verantwortung und zur Parlamentsdesinformation des damaligen Finanzministers Erwin Huber.

Die zentralen Ergebnisse waren:
* Huber hatte im Vorfeld der Landtagswahlen versucht, Öffentlichkeit und Parlament über das Ausmaß der Schäden im Unklaren zu lassen.
* Es wurden gravierende Versäumnisse beim Verhalten der Verwaltungsräte festgestellt: „Abnicken ohne Rückfragen”.
* Die Parlamentsopposition musste von der CSU im Zusammenhang mit der BayernLB-Krise endlich ernst genommen werden.

2. Die Errichtung der Landesbank-Kommission
Nach der Landtagswahl 2008 forderten die Grünen die Einrichtung eines UA zur Begleitung der Krisenbewältigung der BayernLB. Diese Forderung vom Oktober 2008 war die Konsequenz aus der dramatischen Entwicklung der Bank bis zum Herbst 2008. Sie mündete in der Einrichtung der „Kommission zur parlamentarischen Begleitung der Krisenbewältigung bei der BayernLB”, kurz: LBKom.

Angesichts der Tatsache, dass der Landtag sich Ende 2008 genötigt sah, zehn Mrd. Euro auf Pump für die Rettung bereitzustellen, war eine dauerhafte Beteiligung des Landtags an Diskussionen um die Neuausrichtung der BayernLB absolut zwingend. Es ging um das größte finanzielle Desaster der Nachkriegszeit in Bayern. Die Rettung der Bank belastet jeden Bayern mit 800 Euro.

3. Wesentliche Ergebnisse der LBKom
Die LBKom hat wesentlich zur politischen Aufarbeitung der Verantwortlichkeiten beigetragen. Die zentralen Themen der LBKom waren die Aufarbeitung des multiplen Desasters (HGAA, ABS, Formel 1), die Feststellung von Verantwortlichkeiten und das Aufzeigen der notwendigen Konsequenzen.

Eine Erfolgsgeschichte:
HGAA:
Auf Drängen der Staatsregierung kaufte die BayernLB gegen alle Warnungen aus der Due Dilligence und gegen alle Warnungen aus den öffentlichen Medien im Jahr 2007 die Hypo Alpe Adria. Die sehr kritische Diskussion des Kaufes in der Landesbank-Kommission korrespondierte mit dem Versuch des damaligen Finanzministers und des Vorstandsvorsitzenden der Bank, Risiken und Verantwortlichkeiten kleinzureden.
Der ‚Fall Linner‘ setzte die Staatsregierung massiv unter Druck, nachdem Hallitzky damalige Sitzungsprotokolle zugespielt worden waren, nach denen die Sonderermittlerin ihre klaren Zweifel an der Sorgfaltspflicht der Beteiligten nach einer Sitzung des Verwaltungsrates (und offensichtlich auf Druck) revidiert hatte.
Der ‚Fall Linner‘ und der 1-Euro-Notverkauf der HGAA an Österreich führten dann zur Einsetzung eines zweiten UA, der die Verantwortlichkeiten des HGAA-Abenteuers politisch aufarbeitete.

Dessen Fazit:
- Kosten für die bayerischen SteuerzahlerInnen knapp 3,8 Mrd. Euro, weitere Milliardenrisiken drohen.
- Die juristische Aufarbeitung kam in Gang, nachdem der UA sogar mit den Stimmen der Regierungsfraktionen eine Fahrlässigkeit bei allen Verwaltungsräten und Vorständen festgestellt hatte. Vermutlich kommen aber zumindest die einfachen Verwaltungsratsmitglieder davon, weil sie zuvor die juristische Latte für persönliche Verantwortung per Satzungsänderung selbstbegünstigend auf grobe Fahrlässigkeit gehoben hatten.

ABS-Papiere:
Vor rund zehn Jahren stieg die BayernLB ins große Geschäft mit strukturierten Wertpapieren auf Basis von US-Immobilien ein. In der Spitze besaß die BayernLB Papiere im Nominalwert von rund 35 Mrd. Euro, aktuell sind es noch über acht Mrd. Euro. Die von den Grünen vorgeschlagenen Gutachter der Kanzlei Flick-Gocke-Schaumburg (8/2010) lieferten klare Belege dafür, dass mit dem Kauf dieser Papiere Vorstände und Verwaltungsräte grob fahrlässig gehandelt haben. Angeklagt sind aktuell aber nur die früheren Vorsitzenden des Verwaltungsrats, Naser und Faltlhauser, da nach Einschätzung der Bank nur diesen grobe Fahrlässigkeit nachgewiesen werden kann.

Formel 1-Rechte:
Obwohl die Risikoabteilung der BayernLB eindringlich davor warnte, zahlte die BayernLB auf Drängen Stoibers im Jahr 2001 einen zwei Mrd. DM Kredit an Leo Kirch, der nur ein Jahr später pleite war. Die BayernLB hatte dadurch einen Verlust von 1,1 Mrd. Euro zu verkraften und kam dafür in den Besitz der Formel 1-Rechte. Damit ging der Fall Gribkowsky-Ecclestone los. BayernLB-Vorstand Gribkowsky ließ sich von Ecclestone schmieren und verkaufte die Rechte unter Wert an Ecclestone. Im Endeffekt machte die BayernLB damit mehrere hundert Mio. Euro Verlust. Ohne die Grünen in der LBKom wäre die Debatte über einen dreistelligen Unterwertverkauf nicht angestoßen worden, das Gutachten der Bank von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Deloitte dazu kaum erstellt, der Versuch, Schadensersatz neben Gribkowsky auch von Ecclestone zu erlangen, kaum gestartet worden.

4. Fazit der LBKom
Gegen die Blockadeversuche der CSU konnten wir uns erfolgreich wehren:
- Der Versuch, die LBKom über Risiken und Verantwortlichkeiten im Unklaren zu lassen, scheiterte spätestens mit dem Aufdecken des Falles Linner.
- Mitte 2012 hatte die CSU zudem versucht, die LBKom aufzulösen. Auch mit diesem Versuch scheiterte sie grandios. Die LBKom tagte anschließend weiter, als hätte es diesen Versuch nie gegeben.
- Die politische Aufarbeitung ist ohne die LBKom nicht, die juristische Aufarbeitung kaum denkbar.

Die LBKom war ein Erfolg:
- Der Bank geht es weit besser als zuvor, als sie von der CSU aufgeblasen wurde.
- Die Verantwortlichkeiten für das Fiasko sind weit klarer als zuvor.
- Defizite bestehen nach wie vor beim Tempo der juristischen Aufarbeitung sowie beim anhaltenden Bemühen der Staatsregierung, die Opposition bei der Kontrolle der BayernLB soweit als möglich außen vor zu halten. Hier wird wohl eine dauerhaft zukunftsfähige Aufsichtsstruktur erst durch geänderte Mehrheitsverhältnisse nach der Wahl möglich werden.

Trotz dieser Einschränkungen hat die LBKom einen unverzichtbaren Beitrag dazu leisten können, dem Souverän einen klaren Blick darauf zu ermöglichen, wie und mit welchen dramatischen finanziellen Folgen für die SteuerzahlerInnen die BayernLB in der Vergangenheit als politische Bank missbraucht worden war. Und sie hat mit ihrem politischen Druck dazu beigetragen, dass die Ausrichtung der BayernLB vom kenntnislosen global player zum wichtigen regional player umgesetzt wurde.

Perspektiven der Bank: Die Bank ist in einer guten Spur, die Milliarden für immer weg

Als regionale und nationale Bank in Kooperation mit den Sparkassen ist die Bank mittlerweile in einer guten Spur, aber noch lange nicht am Ende des Umbauweges.

Die Zukunft der Bank kann nur im öffentlich-rechtlichen Sektor liegen. Deshalb ist eine weitere Intensivierung dieser Kooperation die einzige dauerhaft erfolgversprechende Perspektive für die BayernLB. Das kann eine Fusion unter den verbliebenen Landesbanken oder eine Integration mit dem bayerischen Sparkassensektor sein. Die hessisch-thüringische Landesbank HeLaBa hat das bereits vorgemacht. Dazu müssten aber auch unsere Sparkassen über ihren Schatten springen.

Für die SteuerzahlerInnen bedeutet die Rückführung der BayernLB und ihre Einbindung in den Sparkassensektor aber nicht nur weniger Risiko sondern auch: Das zur Rettung der Bank eingesetzte Geld ist unwiederbringlich verloren. Auch für einen Verkauf der Bank gibt es keine Option, weil es keine Käufer gibt. Die Privatisierungspläne von CSU und FDP sind also nichts als Phantasien und können getrost als Ablenkungsmanöver verbucht werden. Ablenkung davon, dass die angeblichen Finanzfachleute der rechts-konservativen Regierung den größten Anstieg der bayerischen Neuverschuldung seit Kriegsende zu verantworten haben.

9. Juli 2013

Eike Hallitzky, MdL, finanzpolitischer Sprecher

 

 

 

Landesbank-Kommission: Ausmisten eines von der CSU verursachten Saustalls

Grüne werden BayernLB weiter konstruktiv begleiten

aus unserer Pressemitteilung vom 11.7.2013 (lm).
Die Grünen im Bayerischen Landtag bewerten die Arbeit der 2008 eingesetzten Kommission zur parlamentarischen Begleitung der Krisenbewältigung der BayernLB an ihrem letzten Sitzungstag positiv. „Die LBKom, die auf unsere Initiative eingesetzt wurde, hat wesentlich zur Aufklärung des Skandals bei der BayernLB beigetragen“, erklärt der finanzpolitische Sprecher Eike Hallitzky. „Der politische Einfluss der CSU hat die BayernLB in Existenznot gebracht und unsere Aufgabe war es herauszufinden, wie man die Bank wieder in die Spur bringen kann.“

Die Kommission hätte wesentlich zur Aufklärung der Vorfälle beigetragen, wie das Debakel mit der HGAA, die Verluste durch die ABS-Papiere und die Formel 1-Rechte. Auch für die Einbindung des Souveräns in die Restrukturierung der Bank sei die Kommission unverzichtbar gewesen.

Die BayernLB selbst ist nach den Stützungsmaßnahmen und der begonnenen Umstrukturierung wieder in der Spur. „Allerdings bleibt der von der CSU verursachte finanzielle Schaden dauerhaft an den bayerischen SteuerzahlerInnen hängen“, so Eike Hallitzky. „Die dadurch notwendig
gewordene Rettung der Bank Ende 2008 hat diese über zehn Milliarden Euro
gekostet und sie werden auch darauf sitzen bleiben.“ Denn die geleisteten
Zahlungen der BayernLB an den Freistaat Bayern würden gerade mal ausreichen, um die Zinsen für die zehn Milliarden Euro zusätzliche Staatsverschuldung Bayerns zu leisten. An eine echte Tilgung dieser Schulden durch Zahlungen der Bank sei nicht zu denken.

Eike Hallitzky: „Die LBKom hat in einem von der CSU verursachten Saustall ausgemistet und die Skandale und politischen Versäumnisse ans Licht gebracht. Wir Grüne werden die Vorgänge weiter konstruktiv begleiten und weiterhin alles daran setzen, die BayernLB vor der CSU zu schützen.“

Die umfassende Bewertung der LBKom finden Sie hier als Link.

Landesbank-Gesetz: CSU drückt sich vor Verantwortung

„Wer Eigentümer einer Bank ist, hat auch die
Pflicht, sich dieser Verantwortung zu stellen”

aus unserer Pressemitteilung vom 06.06.2013 (bea).

Die Grünen im Bayerischen Landtag werfen der Staatsregierung vor, sich beim Thema Landesbank feige in die Büsche zu schlagen. „Die Staatsregierung will zwar weiter bestimmen, aber zugleich für nichts mehr haftbar sein“, erklärt der
grüne Landesbankexperte Eike Hallitzky zu den Plänen, in den künftigen Aufsichtsrat der BayernLB statt Ministern hohe Beamte zu entsenden.
Dieses Abschieben von Verantwortung zeige sich schon im ersten Satz der
Begründung zum neuen Landesbank-Gesetz, in dem stehe, dass die bayerische
Landesbank im Zuge der internationalen Finanzmärkte 2008 in eine existenzielle Krise geraten sei.

„Das ist Quatsch: Ursache und Hauptverantwortliche für die größte Kapitalvernichtungsaktion der bayerischen Nachkriegsgeschichte waren die Mitglieder der CSU-geführten Staatsregierung – durch ihre fatalen politischen Vorgaben und durch ihr dramatisches Kontrollversagen, das bis zur völligen Verweigerung jeder Kontrolle ging“, so Eike Hallitzky.

Nach Ansicht der Landtagsgrünen ist und bleibt die BayernLB fest im
öffentlich-rechtlichen Sektor verankert, also eine politische Bank. „Wenn der
Staat aber Eigentümer einer Bank ist, dann hat er auch die verdammte Pflicht,
sich dieser Verantwortung zu stellen.“ Für die Besetzung des Kontroll-Gremiums Aufsichtsrat gebe es zwei Möglichkeiten: Entweder nur Fachleute, um möglichst viel Sachverstand einzubringen oder die Wahrung des Eigentümerinteresses auf Kosten eines reines Fachleute-Boards. „Der Gesetzvorschlag der Staatsregierung beinhaltet aber die völlig absurde Kombination, dass alle Politiker aus dem Gremium herausgezogen werden und zugleich keine Fachleute einbestellt werden, sondern ihre Ministeriumsbeamten.“
Das Ergebnis laute dann „keine Kenntnis gepaart mit keiner Verantwortung und der CSU-Finanzminister und seine Kollegen bleiben als Strippenzieher im Hintergrund.

Die Grünen wollen die politische Verantwortung für die BayernLB wahrnehmen und fordern, dass dem Verwaltungsrat künftig auch VertreterInnen des Parlaments angehören.

BayernLB: Positiver Trend zahlt keine Steuergelder zurück

Altrisiken und Verluste aus der Vergangenheit bleiben bestehen

aus unserer Pressemitteilung vom 16.5.2013 (bea):

Nach Ansicht der Grünen im Bayerischen Landtag darf die aktuell solide Geschäftspolitik nicht den Blick auf die drei zentralen Probleme der BayernLB verschließen. „Da sind zum einen die milliardenschweren Verluste aus der Vergangenheit, für die es keinen belastbaren Rückzahlungsplan gibt“, erklärt der finanzpolitische Sprecher Eike Hallitzky. Die Bank sei im Jahre 2006 rund 8 Milliarden Euro wert gewesen, 2008 mit 10 Milliarden Euro von Bayerns SteuerzahlerInnen gerettet worden und heute weniger wert als vor ihrem Zusammenbruch. „Und dieses Geld werden Bayerns Bürgerinnen und Bürger niemals zurückbekommen.“

Der grüne Finanzexperte verweist zweitens auf die Altrisiken, die als Damoklesschwert über der BayernLB hängen. Dazu zählten vor allem der Streit um die internen Kredite der BayernLB an die HGAA, bei der es in der Summe um bis zu 4 Milliarden Euro geht. Außerdem die ungarische Tochter MKB, die ebenfalls interne Kredite in Milliardenhöhe von der BayernLB erhalten hat und die aufgrund der ungarischen Bankenpolitik seit langem hohe Verluste schreibt. Dazu kommen noch die juristisch strittige Finanzierung von Schrottimmobilien durch die Internettochter DKB in Milliardenhöhe und nicht zuletzt die verbleibenden ABS-Papiere in einem Volumen von knapp 10 Milliarden Euro.

Die dritte zentrale Baustelle sei die unsichere Zukunftsperspektive der Bank. „Von absoluter Ahnungslosigkeit zeugt das Versprechen von CSU und FDP, die Bank zu privatisieren“, erklärt Eike Hallitzky. In dem Moment, wo tatsächlich eine große internationale Bank überlegen würde, die BayernLB zu kaufen, um auf dem bayerischen Markt Fuß zu fassen, würden die Sparkassen sofort die Refinanzierung einstellen, ihr überschüssiges Geld in anderen Landesbanken umleiten und damit wäre die Bank auf einen Schlag ziemlich wertlos. „Um als Bank dauerhaft alleine zu existieren, ist aber der deutsche Bankenmarkt zu klein, mit noch 6 Landesbanken overbanked. Dauerhaft erfolgreich ist alleine eine stärke Integration im öffentlich-rechtlichen Bankensektor: Entweder horizontal durch eine Fusion mit anderen Landesbanken oder vertikal durch eine stärkere Verschränkung mit den bayerischen Sparkassen nach dem Vorbild der hessisch-thüringischen Landesbank Helaba.“

Bayern-LB: Große Restrisiken für Bank und SteuerzahlerInnen

Grüne: Bayern bleibt auf Schuldenberg von Mindestens 7 Milliarden Euro dauerhaft sitzen

aus unserer heutigen Pressemitteilung, München, 21.03.2013/bea:

Die Grünen im Bayerischen Landtag bewerten den Jahresabschluss 2012 der BayernLB grundsätzlich positiv. „Wir freuen uns, dass das Kerngeschäft der Bank läuft und dass der Jahresabschluss im grünen Bereich liegt“, erklärt der grüne Landesbankexperte Eike Hallitzky. Der Gewinn beruhe allerdings zu einem großen Teil aus Einmaleffekten, wie dem Verkauf der LBS und anderer Beteiligungen, die sich nicht wiederholen ließen. Außerdem stünden weitere Risiken im Raum, für die es bisher noch keine Vorsorge gebe. „Das sind insbesondere Schadenersatzforderungen aus der Finanzierung von
Schrottimmobilien durch die BayernLB-Tochter DKB und die Weigerung der HGAA, interne Kredite zurückzuzahlen und die gewaltigen Risiken der MKB angesichst der völlig unberechenbaren ungarischen Finanzpolitik.“

Positiv für die Bank sei der Abschluss des EU-Beihilfeverfahrens. Der dadurch erfolgte Wiedereinstieg der bayerischen Sparkassen in die Bank sei ein wichtiger Teil ihres Geschäftsmodells. „Für die SteuerzahlerInnen und Steuerzahler bedeutet dieser Abschluss aber definitiv, dass Bayern auf einem Schuldenberg von mindestens 7 Milliarden Euro dauerhaft sitzen bleiben wird – plus Zinsen“, so Eike Hallitzky. Denn die BayernLB müsse neben den Gebühren für die
ABS-Abschirmungen „nur“ 3 Milliarden Euro ihrer 10 Milliarden Euro teuren
Rettung an den Staat zurückzahlen. „Und ein Verkauf der Bank, wie ihn
Ministerpräsident Seehofer und Minister Söder gerne ins Spiel bringen, ist
völlig abwegig.“ Durch einen Verkauf würde das Geschäftsmodell, das auf der
Kooperation mit den Sparkassen beruht, nachhaltig geschädigt und auch die
Kapitalbasis, die zum Teil von den Sparkassen kommt, wäre in Gefahr.

„Deshalb ist die einzige dauerhaft erfolgversprechende Perspektive für die BayernLB eine Fusion der verbliebenen Landesbanken oder eine Integration mit dem Sparkassensektor. Die hessisch-thüringische Landesbank HeLaBa hat das den Bayern vorgemacht. Dazu müssten aber auch unsere Sparkassen über ihren Schatten springen“, betont Eike Hallitzky.