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AZ 20 U 3/11 Urteil des Oberlandesgericht Stuttgart

Urteil zu schwerwiegenden Pflichtverletzungen von Aufsichtsräten

Im gespräch mit Journalisten hatte VW-Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch im Mai 2009 seine Zweifel an den finanziellen Möglichkeiten von Porsche geäußert. Sinngemäß erklärte er, dass er sich als einfaches Aufsichtsratsmitglied von Porsche keine Klarheit über die Risiken der Optionsgeschäfte von Porsche verschaffen könne und auch nicht wisse, wie hoch die Risiken seien. “Nimmt man diese Äußerungen beim Wort, hatte Dr. Piëch damit eine schwerwiegende Pflichtverletzung belegt, denn zu seinen Kardinalpflichten als Mitglied des Aufsichtsrats gehörte die Erfassung und Beurteilung bedeutsamer Geschäfte der Porsche Automobil Holding SE”, urteilte das Stuttgarter Oberlandesgericht.

Piëch hätte den Geschäften daher nach Einschätzung des Gerichts “nicht zustimmen dürfen, sondern sich um weitere Informationen bemühen – und wenn ihm diese ebenfalls keine Risikoeinschätzung ermöglichten - gegen die Optionsgeschäfte einschreiten müssen.”

Lesen Sie unter dem Aktenzeichen 20 U 3/11 das Urteil des Oberlandesgerichts Stuttgart: OLG Stuttgart Aktenzeichen 20 U 3-11

Viele Parallelen zum BayernLB-Verwaltungsrat

Haben die Verwaltungsräte der BayernLB die milliardenschweren ABS-Geschäfte mit Subprime-Krediten verstanden? Haben die Verwaltungsräte die Konsequenzen einer Expansion auf den Balkan verstanden und wussten Sie, wie man eine ordentliche Due Diligence durchführt und was eine solche beinhalten muss? Haben die BayernLB-Verwaltungsräte vom Vorstand ausreichend Informationen nachgefragt und sich Klarheit verschafft, die eine qualifizierte Entscheidung für die Milliardenausgaben erlaubt hätte?

Aus den beiden BayernLB-Untersuchungsausschüssen kennen wir die Antwort!

 

 

>Wall Street Spiele der Landesbanken

>Passend zur Krise der BayernLB, passend zum gerade eingesetzten Untersuchungsausschuss des Landtags und passend zu meinem Blog “Milliardengrab Landesbank” erschien am Freitag im Handelsblatt (26.02.2010; www.handelsblatt.com/unternehmen/banken-versicherungen/schweizer-experte-deutsche-banken-waren-weltmeister-im-taeuschen;2537104;0 ein Interview mit dem Investigativjournalisten Leo Müller.

Leo Müller ist Experte für Finanzkriminalität und fragt sich, warum die größten der deutschen Landesbanken den Steuerzahlern ein Milliardengrab hinterließen, warum die Landesbanken mit dem Geld der BürgerInnen ungestört Wall Street spielen konnten?

Das Gleiche fragen wir uns in München. Ich werde mir Leo Müllers neues Buch “Bank-Räuber”, die erste Kriminalgeschichte der Finanzkrise [Anm.: Eigenwerbung des Verlags], bald genüsslich zu Gemüte führen.