Der Stresstest kommt erst noch!

Wo steht die BayernLB?

Wäre die BayernLB ein an der Börse gehandeltes Finanzinstitut, ihr Aktienkurs wäre vermutlich ziemlich unter Druck, ihre Marktkapitalisierung wäre im Keller. Die letzten Tage der europäischen Bankenlandschaft zeigten, dass selbst Häuser, die gerade noch vor einem Monat den europäischen Stresstest bestanden, über Nacht verstaatlicht werden (Dexia, Belgien) oder mit hohen Quartalsverlusten und unverblümten Erklärungen offensiv die Flucht nach vorn in die Öffentlichkeit suchen (Erste Group, Österreich).

Die beiden Beispiele zeigen, wie fragil die Bankenlandschaft derzeit ist Europa ist, dass noch viele Milliardenlöcher durch frisches Eigenkapital und Steuermittel gestopft werden müssen. Die beiden Beispiele zeigen aber auch von einer Offenheit und Vorsorge von Aufsicht und Management, die man in Bayern schmerzlich vermisst.

In Bayern bleibt die Öffentlichkeit weiter im Dunkeln: Niemand weiß, wie die BayernLB im laufenden Geschäftsjahr steht (das dritte Quartal ist bereits zu Ende, das vierte lässt sich schon erahnen). Niemand weiß, wie weit die EU-Beihilfe-Verhandlungen fortgeschritten sind oder was auf die Alteigentümer Sparkassen an Belastungen zukommt. Niemand weiß, wie gut die milliardenschweren ABS-Papiere von ihren Schuldnern noch bedient werden, wann und ob deren Endfälligkeit in der Bilanz die ganz großen Löcher reißt. Niemand weiß genau, wie viel Eigenkapital die Bank unter Basel III noch benötigt oder wie viel Griechenland-, Italien- oder Spanienpapiere weiter abgeschrieben werden müssen. Wird die BayernLB den verschärften Blitz-Stresstest der europäischen Bankenaufsicht EBA bestehen?

Zu sehr ist die Bank noch mit der Politik (=CSU) verbunden, als dass sie sich trauen darf, Offenheit und Transparenz zu zeigen. Dass sie sich eingestehen darf, dass die Bank mit dem Brot und Butter Geschäft der ‘lokalen Kreditvergabe’ nicht in die Höhe kommen wird, dass Sie vielleicht gezwungen wird, weiteres Eigenkapital aufzunehmen. Dazu kommt der unlösbare Konflikt, dass MP Seehofer und StMF Fahrenschon am liebsten noch vor den nächsten Landtagswahlen Rückzahlungen der Bank sehen wollen, der Vorstand hingegen sein Heil im Spieltrieb der Expansion sucht und dafür jeden Cent Eigenkapital benötigt.

Das Risiko für uns Bayerinnen und Bayern muss kleiner werden. Transparenz und eine schonungslose Offenlegung der Probleme ist mehr denn je angebracht!

Ihr Eike Hallitzky

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