Kemmer bei Maischberger

Gestern Abend war der ehemalige BayernLB-Chef Michael Kemmer zum Thema Euro-Krise Gast in der ARD-Sendung “Menschen bei Maischberger”. Neben seinen Beteuerungen, dass die Banken in der Krise Großes leisten und die Krise ja keine Bankenkrise sondern rein eine Schuldenkrise der Nationalstaaten sei, lässt er sich in den eingeblendeten Untertiteln erstaunlicherweise noch immer als ”Bankmanager” vorstellen.

Besser hätte folgender Untertitel zu ihm gestanden: “Ehemals grob fahrlässiger Bankmanager, heute Lobbyist im Dienste der deutschen Privatbanken”.

Kemmer war beim 3,7 Mrd. Euro Pleitegeschäft der BayernLB mit der HypoAlpeAdria beteiligt, wofür ihm der Untersuchungsausschuss des Bayerischen Landtags grobe Fahrlässigkeit attestierte. Heute spielt Kemmer erste Geige im Bundesverbands deutscher Banken, der Lobbyorganisation der deutschen Privatbanken.

Und beim Punkt “die Banken leisten Großes” sage ich, es ist dringend an der Zeit, dass die vom Grünen Europaabgeordneten Sven Giegold mitgegründete Organisation ‘Finance Watch’ nicht nur auf großeuropäischer Ebene als Meinungs- und KnowHow-Gegengewicht zu den Lobbyisten der Finanzindustrie erstarkt, wir brauchen auch ein unabhängiges ‘Finance Watch’ in Deutschland. Fernseh- und Printmedien müssen dann bei der Suche nach Finanzexperten nicht mehr auf befangene und abgehalfterte Banker zurückgreifen.

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