Bestechung des kroatischen Außenministers? Neuer Korruptionsverdacht bei Hypo Alpe Adria?

In Bayern und bayerischen Medien weitgehend überhört wurden die neuen Korruptionsvorwürfe gegen den ehemaligen kroatischen Außenminister Granic. Laut dem Nachrichtenmagazin “News” soll sich die Hypo Alpe Adria die Zustimmung der kroatischen Nationalbank zur Übernahme der Hypo durch die BayernLB mit rund einer halben Million Euro erkauft haben. Wie das Magazin schreibt, soll dies der bereits wegen Bilanzfälschung verurteilte frühere Hypo-Chef Wolfgang Kulterer ausgesagt haben.

 Tiefer im  Sumpf

Wie wir aus den Akten des Untersuchungsausschuss wissen, wollte die kroatische Nationalbank dem Verkauf der Hypo an die BayernLB zuerst nicht zustimmen. Kulterer berichtete, dass daraufhin Granic – Außenminister unter der Regierung Sanader – engagiert worden sei, mit dem man ein Honorar “in der Größenordnung von 400.000 bis 500.000 Euro” vereinbart habe. Am 12. September 2007 erteilte die kroatische Nationalbank dann den positiven Bescheid. Laut Kulterer habe Granic “nachgewiesenermaßen” einen “erheblichen Beitrag zur Genehmigung” geleistet. Damit sei “das Honorar gerechtfertigt” gewesen. Weitere Zahlungen im Zusammenhang mit Granic und seinen Interventionen ergeben sich aus einer Sachverhaltsdarstellung der Hypo Group alpe Adria. Den vollständigen News-Bericht finden sie unter: http://www.news.at/articles/1124/510/299436/hypo-verkauf-korruptionsverdacht

Aufsicht hat versagt

Eine Reihe von Personen der BayernLB, der Bayerischen Staatsregierung und des Sparkassenverbands saßen kurz danach als Eigentümervertreter im Aufsichtsrat der Klagenfurter HGAA. Keiner aus diesem Kreis wird wohl nachgefragt haben, wie sich die in der G&V ausgewiesenen millionenschweren Beraterverträge zusammensetzten, oder gar, wer die wirtschaftlichen Nutznießer hinter windigen Beratergesellschaften sind. Einfache Fragen hätten den Sumpf schon früher ausgetrocknet.

Eike Hallitzky

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