>Bilanz der Zeugenbefragung Huber (Teil 2)

>

Huber präsentierte sich so arrogant und ignorant wie in alten Zeiten. Er hält sich selbst für einen “engagierten, kritischen, ja lästigen Verwaltungsrat”, obwohl er nicht nachgefragt und kontrolliert hatte. Wie auch, er war in keiner der relevanten Verwaltungsratsitzungen des Jahres 2007 persönlich anwesend.

Er hält sich immer noch für den großen Wirtschaftsfachmann, obwohl er die größte Pleite in der Geschichte Bayerns mit zu verantworten hat!

* er hat sich den Kaufpreis nie vorrechnen lassen, nie hatte er hinterfragt, ob der Kaufpreis für die HGAA überhaupt angemessen war.

* was der/die Verkäufer mit dem Verkaufserlös machten, interessiere ihn nicht. “Nur die Ware muss man als Käufer kennen.”
Ich hätte es selbst nicht großspuriger sagen können, danke Erwin!

* auf die Frage, ob er die Verkäufer kenne, ob er wisse, dass ein Großteil der zu kaufenden Aktien über ein Luxemburgisches Investment Vehikel an die BayernLB gehen sollte, sagte Huber: “Nein, das weiß ich nicht.”
Für mich ist diese Frage besonders relevant, denn man muss kein Finanzgenie sein, um zu erkennen, dass eine extra für den Verkauf gegründete Zweckgesellschaft nichts anderes ist, als ein (zu Lasten der BayernLB leider erfolgreicher) Versuch, sämtliche Haftungs- und Gewährleistungsansprüche von Vornherein abzulehnen.

* Auf die Frage, ob er den Naser/Strötgen/Schmidt Schriftverkehr von Anfang Juni 2007 kenne [dieser dokumentiert den vollständigen Gewährleistungsausschluss], verteidigte sich Huber, dass ja auch im Sparkassenverband keine Alarmglocken schrillten. Eine durchaus richtige Bemerkung, Herr Huber, allerdings ist ein Handeln oder Nicht-Handeln von Sparkassengremien keine Entlastung von originären Sorgfaltpflichten eines Verwaltungsrats.

* bereits im Frühjahr 2008 war die HGAA -wie unsere Unterlagen zeigen –  nicht mehr Kapitalmarktfähig, konnte sich also nicht mehr wie geplant selbst refinanzieren. Die darauf notwendige fast vollständige Übernahme der HGAA-Refinanzierung durch die Mutter BayernLB in den Jahren 2008 ff sei ein normaler Vorgang, weil die Mutter günstigere Konditionen erhält. Huber sieht hier überhaupt nicht, dass hier die Muttergesellschaft, die nur knapp 60% der Bank hielt, zu 100% in das Risiko ging. Bei der Notverstaatlichung machte sich dies schmerzlich bemerkbar.

* der Kauf der HGAA-Anteile der Mitarbeiterprivatstiftung-Anteile (MAPS), insbesondere die Zustimmung zu diesem Vorgang nach dem Kauf der Kontrollmehrheit (50% plus einer Aktie) ist für Huber keine große Sache, ist ja alles rechtmäßig gelaufen. Dass man hiermit rund EUR 100 Mio zusätzlich nach Kärnten schickte, war Huber keine Sinnfrage wert. 

Comments are closed.