>CSU zunehmend nervöser – neue Gutachten zur Verantwortung der CSU-Verwaltungsratsmitglieder bei der BayernLB

>

Die letzten sieben Tage in Sachen Landesbank waren ereignisreich – sowohl für den Untersuchungsausschuss, der die Verantwortung der CSU-Regierungsmitglieder beim völlig verfehlten Kauf der Hypo Alpe Adria Bank (HGAA) in Kärnten prüft, als auch für die parlamentarische Kontrollkommission, die Licht in das missglückte Engagement in amerikanische Schrotthypotheken bringen soll. Zur Erinnerung: der Griff nach der Skandalbank HGAA kostete der Steuerzahlerin mindestens EUR 3, 7 Mrd., der Griff nach den Ramschhypotheken (Subprime ABS-Papiere) kostete bis heute unwiederbringlich eine dreistellige Millionensumme und wird sich später wohl endgültig im Milliardenbereich bewegen.
Am Freitag letzter Woche erschien das vom Landtag in Auftrag gegebene Gutachten zu den ABS-Papieren. Die unabhängigen Gutachter stellten Folgendes fest: „Die Gesamtwürdigung der uns gegebenen Information lässt den Schluss zu, dass die Vorstandsmitglieder […] auf der Grundlage unangemessener Information und weit jenseits der Grenzen ihres unternehmerischen Ermessens gehandelt haben.“ Auch über die Pflichtverletzungen der Verwaltungsratsmitglieder formuliert die Kanzlei Flick Gocke Schaumburg: „Es sprechen gute Gründe, dass das Handeln der Verwaltungsratsmitglieder grob fahrlässig war.“ Folgt man den Gutachtern von Flick Gocke Schaumburg, besteht eine realistische Chance, dass von den damaligen Vorständen und Verwaltungsräten erfolgreich Schadensersatz einzuklagen ist.
Am Dienstag platzte die nächste Gutachtensbombe. Die Kanzlei Hengeler-Mueller, vom Finanzminister beauftragt, in alle Richtungen Schadensersatzansprüche wegen des Kaufs der HGAA zu untersuchen, kam zum Schluss, dass der Vorstand fahrlässig gehandelt habe und deshalb schadenersatzpflichtig sei. Prompt kündigte Fahrenschon an, alle ehemaligen Vorstände in Kürze zu klagen. Nur in Richtung CSU-Verwaltungsräte konnte des Finanzministers Hofkanzlei keine Verfehlungen entdecken! Dies ist ein unerhörter Vorgang, der auf Basis der Erkenntnisse des laufenden Untersuchungsausschusses völlig unverständlich und nicht haltbar ist.
Gestern saßen mit Alois Hagl (ehem. Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Schwandorf) und Karl-Ludwig Kamprath (ehem. Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse München-Starnberg) zwei Spitzenvertreter des Sparkassenverbands, die auch BayernLB-Verwaltungsräte waren, im Zeugenstuhl des Untersuchungsausschusses. Trotz der Tatsache, dass ihnen die verschiedensten „Krankheiten“ der Balkan Bank vor dem Kauf bekannt gemacht wurden, trotz der Tatsache dass vor Zustimmung zum Kauf durch die Verwaltungsräte nicht einmal die sogenannte Due Diligence (Sorgfaltsprüfung) beendet war, empfinden die Herren kein Schuldbewusstsein für die Milliardenpleite. Eine enttäuschende Leistung dieser ehemaligen Sparkassenvorstände!

One Response to >CSU zunehmend nervöser – neue Gutachten zur Verantwortung der CSU-Verwaltungsratsmitglieder bei der BayernLB

  1. >Millionengehalt für einen Bankdirektor ohne PC-Kenntnisse

    http://www.sueddeutsche.de/bayern/bayernlb-chef-werner-schmidt-himmlische-fuehrung-1.1013754

    Als ich dies gelesen habe, war mir sofort klar "Diesen Diletanten kann nur der Flocki zum Vorstands-Vorsitzenden berufen haben".