>Stoiber wills nicht gewesen sein

>Politischer Höhepunkt der UA-Woche war die Aussage Edmund Stoibers. Er reklamierte für sich persönlich wieder einmal die Entwicklung Bayerns vom Agrarland in die wirtschaftliche Champions League. Die Verantwortung des Untergangs der Landesbank lehnte er hingegen ab, diese habe nicht er, sondern seine damaligen Minister Faltlhauser, Huber und Beckstein kontrolliert. Anstatt seine engsten Vertrauten zu opfern, hätte es ihm besser gestanden, seine Mitverantwortung als damaliger Regierungschef einzugestehen..

Matthias Hink, der zusammen mit Tilo Berlin Hauptprofiteur beim Einstieg der BayernLB bei der maroden Kärntner Hypo Alpe Adria Bank war, gab dagegen unumwunden zu, dass er als Verkäufer sämtliche Ziele ohne Gewährleistungsauflagen durchsetzen konnte – die verantwortlichen Manager seitens der Bayerischen Landesbank also schlecht verhandelt hatten.

Hart fielen auch die Urteile des Anwalts Martin Brodey und der Wirtschaftsprüferin Corinna Linner aus. Brodey hatte die Aufgabe, beim Kauf die rechtlichen Risiken der Skandalbank zu beurteilen und Vorschläge zur vertraglichen Abwendung dieser zu bringen. Er zeigte sich gegenüber den Abgeordneten schockiert, wie vom Vorstand und vom Verwaltungsrat mit den Warnungen und Vorschlägen seiner Kanzlei umgegangen wurde. Linner prüfte im Auftrag Finanzministers Fahrenschon im Frühjahr 2009, ob damals der Kauf mit der gebotenen Sorgfalt von Statten gegangen sei.

Linners Aussage lässt kaum einen anderen Schluss zu, als dass die Organe der BayernLB grob fahrlässig ihre Sorgfaltspflichten verletzt haben.

2 Responses to >Stoiber wills nicht gewesen sein

  1. >Der Systemverdummer Edmund Rudi Rüdiger
    konnte nur die erste der beiden CSU-Fehlerverneinungs-Grundregeln "auf keinen Fall einen Fehler zugeben" anwenden und ließ die Zweite "jeder deckt jeden" zu Ungunsten von Faltlhauser, Beckstein und Huber und zu seinem Eigenschutz wegfallen. Von einem, der sich gefragt nach seiner Verantwortung, bereits umdrehte und stinkend ging, war nichts anderes zu erwarten. Man kann jetzt nur noch auf Beckstein und Huber hoffen, die wohl als Tandem auftreten werden, weil die Beiden ja bekanntlich nur zusammen einen ganzen Duckmäuser ergeben. Inwieweit Stoiber von Faltlhauser über den maroden Zustand informiert war, wird wohl im Verborgenen bleiben, da Faltlhauser im Zweifelsfall für Stoiber den politischen Sündenbock geben wird, natürlich ohne für seine Fehler einstehen zu wollen.

  2. >Stoibers Wohnzimmer-Kanzlei ohne Telefon

    http://www.abendzeitung.de/politik/220748