Monthly Archives: September 2010

>Haasis irrt

>Sparkassenpräsident Haasis irrt, wenn er wie heute im Handelsblatt meint, “die Sparkassen trügen keine Verantwortung für die Finanzkrise”.

Wahr ist vielmehr, dass die Sparkassen über Jahrzehnte hinweg die Geschicke der deutschen Landesbanken mitgestalteten. Die Sparkassen sind und waren in diesen Landesbanken verantwortlich für mindestens 50% der Verwaltungsrat-Gremienschläfer. Jene Gremienschläfer, die “mangels Geschäftsmodell” der Landesbanken das milliardenschwere Risikowachstum in für den Mittelstand so wichtige Produkte wie Subprime-ABS-Papiere, etc. zu verantworten hatten. Hätte es die deutschen Landesbanken nicht gegeben, die Verkäufer und Verpacker [Stichwort: Securitization] der genialen Hypotheken-, Schiffs- und Staatspapierprodukte hätten sich für mehrere hundert Milliarden andere Dumme suchen müssen. Die deutschen Landesbanken sind deshalb nicht Opfer sondern Täter der Finanzkrise.

Den Sparkassenvorständen und Sparkassenverbänden kommt hier eindeutig eine verantwortliche Rolle zu!

>Unterstützung oder Ablenkung aus Österreich?

>Josef Martinz (ÖVP) war im Jahre 2007 Aufsichtsratsvorsitzender der Kärntner Landesholding, also Chefaufpasser derjenigen Gesellschaft, von der die BayernLB rund 25% der Hypo Alpe Adria Aktien abkaufte [weitere rund 25% der Aktien wurden über Umweg Tilo Berlin von der Grazer Wechselseitigen Versicherung sowie von der MAPS Mitarbeiterholding übernommen]. In dem Zusammenhang stellt sich mir die Frage, was Martinz wusste oder als Mitbesitzer der HGAA hätte wissen müssen, insbesondere was die Finanzleichen und undurchsichtigen Eigenkapitalstrukturen der HGAA anbelangen, und warum man die Anteile unbedingt schnell nach Bayern loswerden wollte.

In den österreichischen Medien äußert sich Martinz bezüglich Zusammenbruch der HGAA nun folgendermaßen: “Die Bayern werden einen wesentlichen Teil der Schuld auf sich nehmen müssen”. Immerhin seien sie zwischen 2007 und 2009 “alleinverantwortlich” für die Hypo gewesen. Besonderes Augenmerk werde in diesem Zeitraum auf die Geschäfte am Balkan gelegt werden müssen. “Wie dann die Geschäfte dort weitergeführt wurden – vor allem in diesem kritischen süd- und südosteuropäischen Raum – wird auch ans Licht kommen müssen” [aus Die Presse vom 31.08.2010].

Martinz hat Recht: diese “Bayern-Periode” muss beleuchtet, die Verantwortung der BayernLB-Organe aufgeklärt werden. Martinz Aktivitäten sind aber untauglich, wenn sie von seiner eigenen Verantwortung der letzten Jahren ablenken soll.