>Wissentlich 1 Mrd. zu viel gezahlt

>Vorstand und Verwaltungsrat der Landesbank haben für die Kärntner HGAA wissentlich noch viel mehr gezahlt, als ohnehin schon vermutet. Wie wir aus Unterlagen belegen können, die uns anonym zugespielt wurden, war der Kaufpreis auch aus damaliger Sicht um fast eine Milliarde zu teurer.
Ganz abgesehen davon, dass zum Kaufzeitpunkt die Finanzkrise für jeden sichtbar voll entbrannte, wodurch mit einem Schlag sämtliche optimistische Zukunftsprognosen nicht mehr zu halten (und damit die Bank ohnehin deutlich weniger wert war), hätte sich der Kaufpreis massiv vermindern müssen.

Es summiert sich
Ernst & Young schätzen in ihrem Zwischenbericht vom 18.5.07 (also ein paar Tage vor der Unterschrift) den Wert der Bank auf 2,430 Mrd. €. Das ist das einzige Wertgutachten, das die Landesbank selbst in Auftrag gegeben hat. Demnach hat die BayernLB nach eigener Einschätzung für die halbe Bank 400 Mio. zu viel gezahlt. Ernst & Young fordern außerdem, von ihnen festgestellte Kreditrisiken „im Kaufpreis zu berücksichtigen oder durch Garantien im Kaufvertrag abzudecken“. Explizit nennen sie eine Summe über 250 Mio. €. Und schließlich hat die Kroatische Nationalbank dem Kauf erst zugestimmt, nachdem die HGAA bei zwei kroatischen Tochterbanken das Eigenkapital um 350 Mio. aufgestockt hatte. Auch diese Summe hätte beim Kaufpreis abgezogen werden müssen. In Summe ist es etwa eine Milliarde, die die Verantwortlichen wissentlich draufgelegt haben.

Keiner hat die Notbremse gezogen
Spätestens bei der Debatte über die beiden später nötigen Kapitalerhöhungen bei der HGAA im Dezember 2007 und im Oktober 2008 wurden die Verantwortlichen nochmals mit der Nase auf die damaligen Voraussetzungen gestoßen. Da wurde nämlich der von Ernst&Young ermittelte Kaufpreis von 2,4 Mrd. zugrundegelegt. Außerdem sind alle drei Punkte für eine massive Preisminderung nochmals explizit erwähnt. Spätestens da hätten die Verwaltungsräte auf Nachforderungen dringen müssen oder auf Rückabwicklung des Kaufs. Aber auch da haben die Verwaltungsräte aus CSU-Regierung und Sparkassenverband die Vorstände stumm schalten und walten lassen.

4 Responses to >Wissentlich 1 Mrd. zu viel gezahlt

  1. >Soll doch der Zerstoibte die 350 Mio. bezahlen, die zur Aufstockung zweier kroatischer HGAA-Töchter verlangt wurden. Schließlich hat er auch politischen Druck auf die kroatische Nationalbank ausgeübt, um den HGAA-Kauf gegen deren Veto durchzudrücken.

    Die CSUler im Verwaltungsrat, die die Sitzungen wie selbstverständlich schwänzten, haben den Job ganz offensichtlich nur dazu benutzt, um die Hände aufzuhalten. Wäre im Verwaltungsrat oder im Vorstand der BayernLB auch nur einer mit notmalem Menschenverstand gesessen, wäre es nie und nimmer zu der 3.75 Mrd.-Pleite gekommen. Das Einzige, was Beckstein, Huber und Schmid mit dem Kopf anzufangen wussten, war abnicken.

    Dieser Diletantenvereinigung BayernLB/CSU hat doch jeder die Dummheit und Verantwortungslosigkeit schon aus grösster Entfernung angesehen, denn auch der völlig überflüssige Tilo Berlin hat sich zwischengeschaltet und mit seinen Investoren 160 Mio. abgezockt.

    Ich halte Stoiber und Faltlhauser, die in ihrer Ruhm- und Grosmannssucht ohne Rücksicht auf Verluste auf den Kauf drängten, für die grössten Schädlinge in der bayerischen Geschichte. Stoiber geht jetzt zu Fragen nach seiner persönlichen Verantwortung auf Tauchstation und Pensionär Faltlhauser übernimmt grosszügig die politische Verantwortung, also keinerlei Verantwortung.

  2. >Kaufen ohne Rücksicht auf Verluste
    http://www.br-online.de/bayerisches-fernsehen/rundschau/landesbank-bayern-lb-hypo-group-alpe-adria-ID1271176509288.xml?_requestid=96972

    Und auch nach dem Kauf liess sich die BayernLB nach Strich und Faden ausnehmen, schickte weiteres Geld nach Kärnten und gab auch noch einen 3 Mrd.-Kredit an die HGAA.

    Ich würde sagen, dass die Österreicher die ruhmsüchtigen Stoiber und Faltlhauser mindestens für Deppen, die damaligen BayernLB-Vorstände für die Deppen der Deppen und die BayernLB-Verwaltungsräte für die Blöden der Deppen von den Deppen gehalten haben.

  3. >Erinnerung an Georg Fahrenschon
    Er hat von einer österreichischen Anwaltskanzlei und von einer Wirtschaftskanzlei je ein Gutachten bezüglich möglicher Schadensersatzforderungen beauftragt und scheint damit wieder einmal auf Tauchstation gegangen sein. Fahrenschon sollte jetzt ans Tageslicht gezerrt werden, um feststellen zu können, ob die Butter am Kopf bereits geschmolzen ist. Vielleicht wäre auch die Anschaffung eines Echolotes sinnvoll, um die verfeigten CSUler besser orten zu können.

  4. Sepp Dürr

    >Ihr Beitrag vom 16.04.10 um 7:28h: lieber Anonymus, liebe Anonyma,

    obwohl Dummheit grenzenlos ist, bleibe ich ruhig und schreibe meine Beiträge höflich und sachlich. Die Ungeheuerlichkeit der Versäumnisse der CSU-Verwaltungsräte der BayernLB in der Causa HGAA bedarf weniger Kraftausdrücke.

    Für die netten Worte, die Sie Stoiber, Faltlhauser und Co. heißen, gibt es in Kärnten einen besonderen Ausdruck: "Der Tocker!" Als solcher wird in der Kärntner Mundart ein "dummer, einfältiger Mann" bezeichnet.

    Zuletzt gebrauchte der Kärntner Landeshauptmann Dörfler eben diese Kraftvokabel gegenüber den bayerischen CSU-Politikern und LB-Managern, die die Bank am Wörthersee unbedingt und ungeprüft und überteuert haben wollten.

    http://de.wikipedia.org/wiki/K%C3%A4rntnerisch_(Sprache)